Schulraumstrategie 2035: SP Kriens fordert realistische Annahmen und mehr Transparenz

Der Stadtrat hat mit dem Planungsbericht Schulraumstrategie 2035 (Version 2.0) eine überarbeitete Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Schulraums in Kriens vorgelegt. Die SP-Fraktion nimmt den Bericht zur Kenntnis und bedankt sich beim Stadtrat sowie bei den externen Fachpersonen für die geleistete Arbeit. Positiv ist insbesondere, dass Kosten und zeitliche Abläufe gegenüber früheren Versionen konkreter ausgewiesen werden und damit eine bessere Grundlage für die kommenden politischen Entscheide geschaffen wird.

Schulhaus Feldmühle. Bild: Stadt Kriens

Flexibilität ja – Sicherheit zwingend

Die SP Kriens begrüsst, dass der Stadtrat kurzfristig geeignete Objekte für Zwischennutzungen prüfen kann, um auf Engpässe zu reagieren. Dabei ist für uns klar: Die Sicherheit der Kinder muss jederzeit gewährleistet sein. Insbesondere im Aussenraum und im unmittelbaren Umfeld der Schulstandorte braucht es zwingend eine hohe Verkehrssicherheit.

Ebenfalls positiv bewertet die SP den vorgesehenen Einsatz modularer Bauweisen. Diese bieten angesichts unsicherer demografischer Entwicklungen und städtebaulicher Veränderungen die notwendige Flexibilität, ohne vorschnell irreversible Entscheidungen zu treffen.

Pausen- und Freiflächen: knapp bemessen

Kritisch sieht die SP-Fraktion den Umfang der geplanten Pausen- und Freiflächen. Auch wenn die gesetzlichen Mindestvorgaben eingehalten werden, erscheinen diese Flächen sehr knapp. Schulareale sind heute weit mehr als reine Unterrichtsorte: Sie sind wichtige Quartier- und Begegnungsräume. Dieser Mehrfachnutzung muss mit qualitativ hochwertigen, gut gestalteten Freiräumen stärker Rechnung getragen werden – im Interesse der Kinder wie auch der Quartiere.

Tagesstrukturen realistisch planen

Deutlich zu tief angesetzt ist aus Sicht der SP der ausgewiesene Bedarf an Plätzen in der schulergänzenden Tagesstruktur. Die angenommene Steigerung von heute rund 20 auf 40 Prozent bis 2035 ist sehr konservativ. Gesellschaftliche Entwicklungen, insbesondere in einem urbanen Umfeld wie Kriens, sprechen für einen deutlich höheren Bedarf. Die SP hält eine Nutzung von über 50 Prozent für realistischer und fordert, dass diese Annahmen in den weiteren Planungen überprüft und angepasst werden.

Offene Fragen beim Schulschwimmen

Offen bleiben zudem Aussagen zum Bedarf und zur langfristigen Sicherung von Wasserflächen für den Schwimmunterricht. Dieser Aspekt wird weder in der Schulraumstrategie noch im GESAK ausreichend berücksichtigt, obwohl der obligatorische Schwimmunterricht heute schon an Kapazitätsgrenzen stösst.

Unterhaltskosten transparent darlegen

Besonders kritisch hinterfragt die SP den ausgewiesenen Betrag von rund 235 Millionen Franken für Instandsetzung und Unterhalt. Dieser übersteigt die vorgesehenen Investitionen für Sanierungen, Aufstockungen und Neubauten deutlich. Die SP erwartet, dass künftige Bau- und Sanierungsprojekte den Unterhaltsaufwand senken – und nicht weiter erhöhen. Gleichzeitig dürfen die Versäumnisse bei der Instandhaltung von Schulliegenschaften aus der Vergangenheit nicht erneut wiederholt werden.

Klare Umsetzung und bessere Information

Für die Umsetzung der Schulraumstrategie fordert die SP-Fraktion deutlich mehr Transparenz. Insbesondere braucht es:

  • eine klare Staffelung der notwendigen Sonderkredite,
  • einen nachvollziehbaren zeitlichen Ablauf der Projekte,
  • Informationen zu möglichen Referenden,
  • sowie eine realistische Einschätzung der personellen Ressourcen in den zuständigen Departementen.

Eine enge und gut abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Bildung, Immobilien, Finanzen und Kommunikation ist dabei zentral.

Die SP-Fraktion nimmt den Planungsbericht Schulraumstrategie 2035 zur Kenntnis. Sie verbindet dies jedoch mit klaren Erwartungen: bessere Vergleichbarkeit mit früheren Versionen, realistischere Annahmen bei Tagesstrukturen und Freiflächen sowie eine transparente und nachvollziehbare Darstellung der Unterhaltskosten und der weiteren Umsetzungsschritte. Die SP Kriens unterstützt die Bemerkungsanträge der Kommission Bildung und Kultur (KBK).

Für die Fraktion:
Edith Kaufmann Limacher