SP Kriens fordert Entlastung der Berufsbeistandschaft: Damit Schutz und Unterstützung auch künftig gewährleistet bleiben

Die Berufsbeistandschaft und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) erfüllen eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe: Sie unterstützen Menschen, die aufgrund schwieriger Lebenssituationen vorübergehend oder dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind. Damit diese wichtige Arbeit auch in Zukunft in hoher Qualität geleistet werden kann, braucht es gute Rahmenbedingungen und ausreichend Ressourcen.

Die SP-Einwohnerrätin Kathrin Gut fordert mit einer Interpellation vom Stadtrat Kriens Transparenz über die aktuelle Belastungssituation der Berufsbeistandschaft und eine Einschätzung des zukünftigen Handlungsbedarfs.

Stadthaus Kriens

Hohe Fallzahlen belasten Mitarbeitende und Qualität

Die Berufsbeistandschaft steht seit längerer Zeit unter hoher Belastung. Gemäss Jahresbericht 2025 der Stadt Kriens haben die Fallzahlen Ende 2024 und Anfang 2025 deutlich zugenommen. Der Stadtrat musste deshalb zusätzliche Stellenprozente sowie Nachtragskredite bewilligen. Gleichzeitig bleibt die Situation insbesondere in der Administration und Fachbearbeitung angespannt. Auch Zentralplus berichtet darüber.

Die Empfehlungen der Konferenz für Kindes- und Erwachsenenschutz (KOKES) dienen schweizweit als fachlicher Richtwert für eine angemessene Fallbelastung. Werden diese Richtwerte dauerhaft überschritten, steigt das Risiko, dass Mitarbeitende zu stark mit administrativen und dringenden Aufgaben ausgelastet sind und weniger Zeit für die eigentliche Beziehungs- und Unterstützungsarbeit bleibt.

„Mit hohen Fallzahlen fehlt die Zeit, sich wirklich um die Menschen zu kümmern. Vieles wird nur noch abgearbeitet, damit das absolut Notwendige erledigt werden kann“, erklärt Kathrin Gut. Eine solche Situation sei für die betroffenen Personen und Familien belastend, aber auch für die Mitarbeitenden, die täglich eine anspruchsvolle Arbeit leisten.

Gute Betreuung braucht genügend Ressourcen

Eine Überlastung der Berufsbeistandschaft kann verschiedene Folgen haben: längere Bearbeitungszeiten, erschwerte Fallführung, höhere Belastung für das Personal und letztlich auch Auswirkungen auf die Qualität der Betreuung. Gleichzeitig wird es schwieriger, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu halten.

Gerade im Kindes- und Erwachsenenschutz geht es um Menschen in besonders verletzlichen Situationen. Eine professionelle und kontinuierliche Begleitung ist deshalb zentral. Die SP Kriens ist überzeugt, dass frühzeitige Investitionen in ausreichende Ressourcen nicht nur die Qualität sichern, sondern langfristig auch Folgekosten vermeiden können.

Stadtrat soll Situation umfassend analysieren

Mit ihrer Interpellation möchte Kathrin Gut deshalb klären, wie sich die Fallzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt haben, wie die aktuelle Belastung im Vergleich zu den KOKES-Empfehlungen aussieht und welche Auswirkungen die hohe Arbeitsbelastung auf die Qualität der Mandatsführung und die Personalsituation hat.

Weiter fragt die SP-Einwohnerrätin nach den bereits umgesetzten Entlastungsmassnahmen, der Wirkung der zusätzlichen Stellenprozente aus dem Jahr 2025 sowie nach möglichen strukturellen Verbesserungen – beispielsweise durch Digitalisierung von Arbeitsprozessen oder verstärkte regionale Zusammenarbeit.

Verantwortung gegenüber den Schwächsten wahrnehmen

Die Arbeit der Berufsbeistandschaft verdient Anerkennung und gute Rahmenbedingungen. Die SP Kriens setzt sich dafür ein, dass öffentliche Dienstleistungen nicht nur funktionieren, sondern auch langfristig qualitativ hochstehend bleiben.

Menschen in schwierigen Lebenslagen brauchen kompetente Unterstützung. Damit diese gewährleistet werden kann, müssen auch diejenigen unterstützt werden, die diese Arbeit täglich leisten. Die Interpellation von Kathrin Gut soll dazu beitragen, die notwendigen Schritte frühzeitig einzuleiten.

Kathrin Gut
SP-Einwohnerrätin