SP Kriens fordert Hitzeschutz für die Schulen: Stufenplan soll Unterricht bei Hitzewellen sichern
Hitzetage werden häufiger und intensiver – auch in Kriens. Was für viele Menschen unangenehm ist, wird für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen in überhitzten Schulzimmern zu einer echten Belastung. SP-Einwohnerrat Michael Portmann fordert deshalb im Namen der SP-Fraktion mit einem Postulat einen Stufenplan «Hitze reduzieren» für die Volksschule Kriens. Ziel ist es, einen transparenten und vorausschauenden Umgang mit Hitzesituationen zu schaffen und sicherzustellen, dass auch während sommerlicher Hitzeperioden gute Lern- und Arbeitsbedingungen gewährleistet bleiben.

Hitze beeinträchtigt Lernen und Gesundheit
Die Zahl der Hitzetage nimmt auch in der Zentralschweiz zu. Bereits im Juni 2026 wurden Temperaturen von über 30 Grad gemessen. Verschiedene Schulen im Kanton Luzern mussten aufgrund der hohen Temperaturen ihren Betrieb anpassen. Auch Schulzimmer in Kriens waren von Überhitzung betroffen. Die Luzerner Zeitung berichtet darüber.
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass hohe Raumtemperaturen die Konzentrationsfähigkeit und Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen können. Gleichzeitig steigt die gesundheitliche Belastung für Lernende und Lehrpersonen.
„Unsere Schulen müssen auch bei zunehmender Sommerhitze sichere und gute Lernbedingungen bieten können. Dafür braucht es klare Regeln und nicht jedes Mal neue Einzelentscheide“ – Michael Portmann
Klarer Stufenplan schafft Sicherheit
Mit dem Postulat soll der Stadtrat prüfen, wie ein mehrstufiger Massnahmenplan für die Volksschule Kriens eingeführt werden kann. Als Grundlage können bestehende Empfehlungen des Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) für Arbeitsplätze sowie der vom Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) vorgeschlagene Stufenplan für Schulen dienen.
Der vorgeschlagene Ansatz sieht je nach Temperatur unterschiedliche Massnahmen vor:
- Bis 26 °C: Regulärer Unterricht mit präventiven Massnahmen wie angepasster Lüftung, Beschattung oder angepasster Nutzung der Räume.
- 26 bis 30 °C: Organisatorische Anpassungen, beispielsweise Unterricht in kühlere Räume verlegen oder besonders belastende Aktivitäten in kühlere Tageszeiten verschieben.
- Über 30 °C: Gezielte Einschränkungen besonders belastender Tätigkeiten und Anpassungen des Unterrichtsbetriebs.
Ein solcher Stufenplan gibt Schulleitungen, Lehrpersonen, Eltern und Lernenden Orientierung. Gleichzeitig verhindert er, dass in jeder Hitzewelle kurzfristig neue Lösungen gesucht werden müssen.
Schulen klimaresistent machen
Neben kurzfristigen organisatorischen Massnahmen braucht es auch langfristige Investitionen in die Infrastruktur. Der Stadtrat soll deshalb prüfen, welche baulichen Verbesserungen notwendig sind, damit Schulhäuser und Aussenräume besser mit zunehmender Hitze umgehen können.
Dazu gehören insbesondere:
- bessere Beschattung von Schulgebäuden und Pausenplätzen,
- mehr Begrünung und entsiegelte Flächen,
- passive Kühlungsmassnahmen wie optimierte Lüftung und baulicher Sonnenschutz,
- sowie – wo sinnvoll und verhältnismässig – energieeffiziente technische Lösungen.
Gerade bei Neubauten und Sanierungen müssen die Herausforderungen des Klimawandels stärker berücksichtigt werden. Schulhäuser werden über Jahrzehnte genutzt – ihre Planung muss deshalb den zukünftigen klimatischen Bedingungen Rechnung tragen.
Gute Lernbedingungen auch in einem wärmeren Klima
Die Volksschule Kriens trägt Verantwortung dafür, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von der Aussentemperatur gute Bedingungen zum Lernen vorfinden. Gleichzeitig verdienen auch Lehrpersonen einen Arbeitsplatz, der gesundheitlich zumutbar ist.
Mit dem Postulat «Hitze reduzieren» möchte die SP-Fraktion deshalb eine vorausschauende Strategie anstossen: weniger Krisenmanagement bei Hitzewellen, mehr Planungssicherheit und nachhaltige Verbesserungen für die Schulen in Kriens.
Ein Stufenplan schafft die Grundlage dafür, dass die Stadt Kriens auch bei steigenden Temperaturen handlungsfähig bleibt und ihrer Verantwortung gegenüber Schülerinnen, Schülern und Lehrpersonen gerecht wird.

Für die Fraktion
Michael Portmann
SP-Einwohnerrat
