Leserbrief zum LZ Artikel „Happige Vorwürfe an die SBB“ vom 15.01.16

Die Eisenbahn ist ein enorm leistungsfähiges und umweltfreundliches Verkehrsmittel. Es ist aber auch sehr komplex und muss daher regelmässig, idealerweise vorsorglich unterhalten werden, um die Sicherheit zu gewährleisten – und das hat seinen Preis. Dass die massive Verkehrszunahme der letzten Jahre Auswirkungen auf den Unterhaltsbedarf hat, liegt auf der Hand. Die im Artikel erwähnten Fehler der Vergangenheit haben mit der politisch gewollten und um die Jahrtausendwende umgesetzten Liberalisierung der Bahnen zu tun. Es wurde ein weitgehend neues Management eingesetzt, das mit einer Divisionalisierung neue Unternehmensstrukturen und finanzielle Verantwortlichkeiten schuf. Die neue Führung wollte und musste sich vom alten Regime abheben. So wurden bis anhin nicht denkbare Sparmassnahmen im Unterhaltsbereich umgesetzt. Dazu kam ein bisher nicht gekanntes „Gärtchendenken“ auf, was dazu führen konnte, dass die in der einen Abteilung kurzfristig gemachten Einsparungen in einer Anderen längerfristig Kosten schufen. Der Eigner, also der Bund (Behörden, Politik) freute sich über den vermeintlichen Erfolg der Unternehmensreform und das Management war stolz darauf, während die Fachleute vehement vor den (Spät-)Folgen warnten. Diese Kostenfolgen sind also keine Überraschung, sie waren zu erwarten.

Thomas Fischer

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