Verkehr gemeinsam denken – heute handeln, damit Kriens morgen gut angebunden ist
Kriens wächst. Der Platz in unserer Stadt hingegen bleibt begrenzt. Damit stellt sich eine zentrale Frage: Wie wollen wir den vorhandenen Raum künftig nutzen – und wie wollen wir uns in Kriens bewegen? Für die SP Kriens ist klar: Die Verkehrspolitik der Zukunft darf nicht in Gegensätzen wie «Auto gegen Velo» gedacht werden. Wir brauchen eine Verkehrspolitik, die Auto, öffentlichen Verkehr, Velo- und Fussverkehr zusammendenkt und dabei den begrenzten öffentlichen Raum möglichst sinnvoll nutzt.

Mehr Mobilität auf weniger Raum
Der Verkehrsrichtplan der Stadt Kriens ist dafür ein wichtiges Instrument. Er betrachtet die verschiedenen Verkehrsträger gemeinsam und soll die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der Mobilität schaffen. Ziel ist unter anderem, den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr zu stärken und damit eine funktionierende Erreichbarkeit der Stadt sicherzustellen.
Das ist wichtig, denn Kriens kann nicht einfach immer mehr Verkehrsfläche schaffen. Jeder Weg, der sicher und attraktiv mit dem Velo oder dem ÖV statt mit dem Auto zurückgelegt werden kann, schafft Platz für andere Verkehrsteilnehmende – etwa für Busse, den Güterverkehr oder Menschen, die auf das Auto angewiesen sind.
Dabei geht es nicht darum, das Auto aus Kriens zu verbannen. Es hat seinen Platz. Aber es muss nicht jeden Platz bekommen.

Quartiere sind Lebensräume
Verkehrsplanung darf zudem nicht nur von der Perspektive des Durchfahrens gedacht werden. Quartierstrassen sind auch Lebensräume. Gerade bei der Schachenstrasse stellt sich deshalb die Frage: Was brauchen die Menschen, die dort leben? Und nicht nur: Wie können Autos möglichst schnell von A nach B gelangen?
Wenn eine Strasse als «Entlastungsstrasse» bezeichnet wird, lohnt sich deshalb der zweite Blick: Entlastung für wen? Eine Verkehrslösung ist nicht automatisch eine gute Lösung, wenn sie den Verkehr an einen anderen Ort verschiebt und dort die Wohn- und Lebensqualität beeinträchtigt.
Mehr Raum fürs Zentrum – und fürs Gewerbe
Auch das Krienser Zentrum bietet Chancen. Die Gallusstrasse, die Hohle Gasse und der Dorfplatz könnten stärker als Aufenthaltsräume gedacht werden. Die Stadt Kriens sieht bereits heute eine autofreie Gestaltung der Gallusstrasse und eines Teils der Hohlen Gasse vor, um den Bereich rund um den Dorfplatz aufzuwerten. Wo Menschen gerne bleiben, entsteht Leben. Davon kann letztlich auch das lokale Gewerbe profitieren.
Velorouten müssen funktionieren – nicht nur auf dem Plan
Dasselbe gilt für die geplante Velovorzugsroute zwischen Amlehn und Schachenstrasse. Eine Linie im Richtplan allein reicht nicht. Wer Menschen zum Umsteigen bewegen will, muss ihnen eine Verbindung anbieten, die sicher, durchgängig und attraktiv ist.
Die SP Kriens hat deshalb auch bei Baustellen eine klare Erwartung: Velorouten müssen während Bauarbeiten verständlich und sicher geführt werden. Unsere entsprechende Forderung nach sicheren Veloumleitungen zeigt, dass eine funktionierende Veloinfrastruktur nicht erst am Ende einer Planung beginnt.
Jetzt die Weichen für die Bahn stellen
Zur heutigen Verkehrspolitik gehört aber auch der Blick weit über den nächsten Ausbau einer Strasse oder Veloroute hinaus. Die SP Kriens begrüsst deshalb das Postulat der Kommission für Bau, Verkehr und Umwelt (KBVU) «Jetzt Weichen stellen: JA für den Durchgangsbahnhof Luzern und eine Bahn-Anbindung Kriens». Der Einwohnerrat hat das Postulat im Dezember 2025 überwiesen. Es fordert, dass sich Kriens kontinuierlich für die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern einsetzt und gleichzeitig die Möglichkeit einer Bahnanbindung des Krienser Stadtkerns – beispielsweise im Raum Kupferhammer/Eichhof – vertieft geprüft wird.
Das ist eine langfristige Perspektive. Aber gerade deshalb müssen die Weichen früh gestellt werden. Der Durchgangsbahnhof Luzern ist ein Bundesprojekt und soll die Kapazität des Luzerner Bahnknotens erhöhen sowie häufigere und direktere Verbindungen ermöglichen. Die Finanzierung ist Gegenstand der kommenden Ausbauschritte des Bundes.
Für Kriens bietet sich damit die Chance, langfristig näher ans Bahnnetz zu rücken. Eine mögliche Haltestelle im Raum Kupferhammer/Eichhof könnte insbesondere den dicht entwickelten Norden und das historische Zentrum von Kriens besser erschliessen. Die Idee ist nicht neu: Bereits frühere Planungen beschäftigten sich mit einer Schienenanbindung des Krienser Zentrums.
Dabei kann Kriens auf Erfahrungen aus früheren regionalen Infrastrukturprojekten zurückgreifen. Das Know-how aus der Bypass-Diskussion und die regionale Vernetzung sollten genutzt werden, um die Anliegen von Kriens frühzeitig einzubringen und die verschiedenen Optionen offenzuhalten.
Gemeinsam vorwärts
Verkehrspolitik ist damit für die SP Kriens mehr als die Frage, wo eine Strasse oder ein Velostreifen gebaut wird.
Es geht darum, wie wir unsere Stadt gestalten wollen:
- sichere und attraktive Wege für den Fuss- und Veloverkehr,
- einen leistungsfähigen und gut zugänglichen ÖV,
- funktionierende Strassen für den motorisierten Verkehr,
- lebenswerte Quartiere,
- attraktive öffentliche Räume im Zentrum
- und langfristig eine bessere Bahnanbindung von Kriens.
Diese Ziele müssen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Gute Verkehrsplanung bedeutet, den Verkehr dorthin zu lenken, wo er hingehört – und den Menschen dort Raum zu geben, wo sie leben.
Nicht Auto gegen Velo. Nicht heute gegen morgen. Sondern gemeinsam vorwärts.
Für die Fraktion
Bettina Gomer-Beacco, Stadtparlamentarierin

